Von Esslingen durch den Schwarzwald nach Freiburg 2010

 

Termin Teilnehmer Laenge Start und Ziel Schwierigkeit Höhenprofil Streckendetails Übernachtung Bericht Bilder

Im Juni 2010 ging es auf Tour mit den Sportkameraden vom Ausgleichssport.
Dieses Jahr stand folgende Strecke auf dem Programm:

Esslingen - Weil der Stadt - Pforzheim - Bad Wildungen - Freudenstadt - hinunter nach Freiburg

 
   
   

Charakteristik:

 

Termin und

Teilnehmer:

Gefahren am 18. bis 20.Juni 2010

20 Radler vom Ausgleichssport TSV Berkheim + 1 Begleitfahrzeug

Wetter: Freitag und Samstagmorgen total nass,

Wochenende trocken und teilweise sonnig

Gesamtlaenge:

Drei Etappen mit einer Gesamtlänge von ca. 200 km

 

Start und Ziel:

Abfahrt in Weil der Stadt

Rückfahrt mit Bus und Radanhänger von Freiburg

Schwierigkeits-

grad:

Die Streckenführung erfolgte hauptsächlich auf Radwegen und auf einigen wenig befahrenen

Nebenstrassen.

Im Schwarzwald teilweise welliges Gelände mit zwischenzeitlichen heftigen Anstiegen

   

Höhenprofil:

 

radtour t1 h
radtour t2 h
Übernachtung:

Bad Wildbad - Hotel Bergfried
Zell am Hermersbach - Hotel Klosterbräustüble

 

Tourbericht:

Starkregen, Schafskälte und verhaltener Sonnenschein
die etwas andere Radausfahrt in den schönen Schwarzwald

Die Schafskälte ist eine meteorologische Singularität. Zwischen dem 4. und 20. Juni gibt es in Mitteleuropa einen Kälteeinbruch, der sich vor allem in Deutschland auswirkt. Die Schafskälte tritt nicht jedes Jahr auf. Durch kühle und feuchte aus dem Nordwesten einströmende Luft sinkt die Temperatur um 5 bis 10 Grad Celsius. Den Namen trägt diese Wetterlage nach den Schafen, die traditionell bis dahin bereits geschoren wurden und denen der Kälteeinbruch dann durchaus bedrohlich werden kann.

Die Radler vom Ausgleichssport des TSV Berkheim haben diese Wetterlage in der diesjährigen Radtour voll zu spüren bekommen. In der Nacht vor dem Start am 18.06.2010 waren alle Schleusen am Himmel weit geöffnet und am Morgen war keine Besserung des Wetters in Aussicht. Dank der genialen Planung durch unseren Guide Günne wurde kurzerhand Plan "B" herangezogen. Wir starteten nicht wie sonst immer vom Claus-Hof sondern nutzen die gute Nahverkehrsmöglichkeit und fuhren ab Oberesslingen mit der S-Bahn ins Heckengäu nach Weil der Stadt. Durch das Würmtal ging es in den Schwarzwald. Die Wassermassen der Nacht  sorgten dafür, dass die Würm tiefbraun schlammig und leicht überflutet war. Dick in unsere Regenkleidung eingepackt erreichten wir als nächstes Etappenziel Pforzheim. Die kurze Rast wurde von allen Radlern genutzt die dicken Regenjacken gegen leichte Windstopper zu wechseln, denn "hurra" die Sonne kam durch und blinzelte ab und an durch die Baumwipfel. Entlang der Enz führte uns der Weg weiter hinein in den Schwarzwald, über Neuenbürg erreichten wir Höfen an der Enz. Im Hotel Ochsen wurde eine Mittagspause eingelegt, die geschickt mit dem leider verlorenen Spiel der Deutschen Nationalmannschaft gegen Serbien kombiniert wurde.  Nach dem Spiel führte der Weg bei leichtem Sonnenschein über Calmbach bis zu unserem Tagesziel Bad Wildbad in das Hotel Bergfrieden. Unsere (verdreckten) Räder erfuhren eine besondere Behandlung. Mangels einer Radgarage wurden die Räder im mit Decken feinsäuberlich ausgelegten Billiardzimmer für die Nacht abgestellt.


Eines muss man demjenigen der für die Wettergestaltung zuständig ist zugestehen, die Kontinuität wurde auch am Samstag gewahrt. Am Morgen war es wieder nass und nur 6-7° C kalt, also war auch keine Umstellung in der Kleiderordnung nötig. Nach dem Frühstück nutzten wir die Sommerbergbahn in Wildbad, um ca. 250 Höhenmeter leicht zu überwinden. Oben angekommen ging es durch Nebelschwaden und Nieselregen durch eine herrliche Schwarzwaldlandschaft die leider keine Weitblicke erlaubte. Die mühsame Fahrt auf dem tiefen Grund führte vorbei an der Grünhütte, hinauf zum Kaiser-Wilhelm-Turm auf dem Hohloh (988,3 m ü. NN). Kurz vor dem Turm verabschiedete sich ein Reifenventil und der Reparaturtrupp rund um Dieter hatte wieder alle Hände voll zu tun. Der Hohloh stellt die höchste Erhebung des östlichen Hauptkamms zwischen Murg und Enz im Nordschwarzwalds dar. Der Hohlohgipfel bildet auch die höchste Stelle der Gernsbacher Gemarkung. Dort oben haben die gefühlten 3° C und der wieder zunehmende Regen die Entscheidung sehr vereinfacht, die Höhenlage zu verlassen und die Regenpassage unten im Murgtal per Stadtbahn zu überbrücken. Auf der rasanten Abfahrt die uns gute 650 Höhenmeter ins Tal führte hatten wir noch die Chance Retter in der Not zu spielen. Mit vereinten Kräften konnte ein steckengebliebenes Auto wieder flott gemacht werden, die Fahrerin hatte den Vorbau ihres Fahrzeuges elegant in einer 180° Kurve auf eine Mauer aufgesetzt. Bei der Fahrt mit der Karlsruher Stadtbahn in Richtung Alpirsbach lichtete sich der Himmel und blieb dann auch bis zum Tourende am Sonntag regenfrei. Eine Bushaltestelle mit zwei schönen langen Bänken wurde von unserem Maître de Cuisine Manfred kurzerhand in eine Vespertafel umgewandelt. Die Besetzung des Begleitfahrzeuges sorgte für Getränke und wir konnten uns so von der nassen und sehr anstrengenden Fahrt durch die Höhenlagen des Nordschwarzwaldes erholen. Die weitere Fahrt durch das Kinzigtal bei leichtem Sonnenschein (!) lässt sich in die Kategorie Genußradeln pur einstufen. Die kleine Stadtrundfahrt im reizvollen Fachwerkstädtchen Schiltach führte uns an den Marktplatz mit den vielen Fachwerkbauten, unter anderem dem liebevoll renovierten Rathaus und dem Apothekenmuseum. In Wolfach wartete bereits das Begleitfahrzeug auf uns. Eine letzte kleine Rast mit der traditionellen Schwarzwälder Kirschtorte wurde eingelegt um frisch gestärkt die letzten 8 km der doch noch schönen Tagesetappe anzugehen. Zell am Harmersbach mit dem empfehlenswerten Hotel Klosterbräustuben war schnell erreicht. Der schöne Wellnessbereich lud noch zu einem Saunagang vor dem Abendessen ein.

In der letzten Tagesetappe fuhren wir wieder ein kurzes Stück im Kinzigtal zurück um in Hausach nach Hofstetten abzubiegen. Zwei Wegvarianten standen zur Auswahl. Entweder auf der Bundesstraße analog der Berkheimer Aufstiegsstrasse oder durch ein Waldstück mit heftigen Steigungen und kurzen Schiebepassagen vergleichbar mit einem Albaufstieg. In der Sauna am Vorabend wurde die zweite Variante festgelegt. Die Strecke hat ordentlich Schweiß gekostet, wurde aber mit einem kühlen Radler in der Gaststätte Biereck belohnt. Zuvor musste sich der Reparaturtrupp noch um einen Speichenbruch mit einem heftigem Achter kümmern. Anschließend führte der Weg fast ausschließlich abwärts in Richtung Freiburg dem Ziel der Radausfahrt. Am Münsterplatz wurde das traditionelle Gruppenfoto geschossen, der Bus wartete auf uns am Karlsplatz und brachte die Radler zurück nach Berkheim. Die Gesamtfahrleistung lag bei 194 km, 1.320m Anstieg und 1.439m Abfahrt. Trotz des schlechten Wetters an den ersten beiden Tagen war die Tour natürlich auch wegen seiner top Führung von unserem Guide Günne ein Erlebnis. Wir freuen uns auf das nächste Jahr.

gruppe freiburg

 

 

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