Spälten- oder Flechtzäune 

Zäune erfüllten eine ganze Reihe von Zwecken. Sie schützten das eigene Gut nach außen hin und grenzten es von nachbarschaftlichen Grundflächen ab. Die eigenen Grundstücke konnten dadurch gegliedert und unterschiedlichen Nutzungen zugeführt werden. Das Vieh wurde durch das Anbringen von Umzäunungen von den Äckern und Feldern fern gehalten.

Der Spälten- oder Flechtzaun bestand aus geklobenen Lärchenspälten, das sind Zaunlatten. Das Holz der Lärche gehört zu den witterungsbeständigsten Hölzern des Alpenraums. Die Spälten waren nach oben hin zugespitzt. Sie wurden dicht aneinandergereiht und anhand von Fichtenästen um die Querstangen herumgeflochten. Die Fichten- zweige, die man zum Flechten benutzte, wurden geputzt, also von jeglichen Seitentrieben befreit. Danach wurden sie im Feuer geröstet, damit sie biegsam wurden. Das Flechten selbst erledigte man am besten zu dritt: Während einer vor dem Zaun stand und der andere dahinter, um die Fichtenäste anzubringen und gut festzubinden, sorgte der dritte für einen kontinuierlichen Nachschub an erhitzten Fichtenästen. Diese Spältenzäune waren nicht nur außerordentlich stabil, sondern man sagte ihnen auch eine lange Lebensdauer nach. 

Quelle: © Südtiroler Landesmuseum für Volkskunde

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  • Flechtzaun_2

 

Fotos: © Peter Pahl
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